Platzhalter GE 1.2: Qualitätsziele
Grundlegende messbare Qualitätsziele der eigenen Arbeit sind festgelegt und so formuliert, dass sie praktikabel und nachvollziehbar sind. Ihre Erreichung wird regelmäßig überprüft, z. B. durch Feedback, Reflexionen oder geeignete Kennzahlen, und die Ziele werden kontinuierlich weiterentwickelt. Eine Vergleichbarkeit mit geeigneten Kennzahlen innerhalb und außerhalb der Organisation ist anzustreben. Relevante Qualitätsziele und Erkenntnisse werden den Mitarbeitenden regelmäßig kommuniziert.
Worum geht es und warum ist es wichtig?
Qualitätsziele sind klare Aussagen darüber, was in der Versorgung oder in einer Organisation besser oder erreicht werden soll. Sie können sich beispielsweise auf fachlich‑inhaltliche Aspekte der Behandlung (z. B. Diagnostik, Therapiequalität, Patientensicherheit), auf organisatorische Abläufe (z. B. Terminplanung, Übergaben, Dokumentation) oder auf kommunikative und strukturelle Themen beziehen. Sie müssen so formuliert sein, dass man überprüfen kann, ob das Ziel erreicht wurde und welche Fortschritte gemacht wurden.
Qualitätsziele helfen dabei, die Qualität nicht nur nach Gefühl zu beurteilen, sondern sie messbar, nachvollziehbar und gezielt steuerbar zu machen.
Wie kann die Mindestanforderung umgesetzt werden?
Konzentrieren Sie sich auf Themen, die für die Qualität Ihrer Leistungen von Bedeutung sind. Berücksichtigen Sie dabei beispielsweise Rückmeldungen von Patientinnen bzw. Patienten oder Mitarbeitenden, Fehler, Risiken oder neue gesetzliche Anforderungen. Wenige, gut gewählte Qualitätsziele sind meist wirkungsvoller als eine Vielzahl an Zielen.
Eine mögliche Grundlage für die Bestimmung von Qualitätszielen ist auch die Selbstbewertung der Mindestanforderungen an das QMS.
Formulieren Sie die Qualitätsziele so, dass klar erkennbar ist,
was erreicht werden soll,
woran die Zielerreichung gemessen werden kann und
bis wann das Ziel erreicht werden soll.
Wenige, gut gewählte Qualitätsziele sind meist wirkungsvoller als eine Vielzahl von Zielen.
Die SMART-Methode kann Sie dabei unterstützen.

Für größere Einrichtungen empfiehlt es sich, eine übergeordnete Qualitätsstrategie festzulegen. Eine Qualitätsstrategie beschreibt das Qualitätsverständnis, die Schwerpunkte der Qualitätsentwicklung und die langfristige Ausrichtung der Einrichtung. Sie bildet die Grundlage für die Ableitung und Priorisierung von Qualitätszielen.
Leiten Sie aus jedem Qualitätsziel konkrete Maßnahmen ab. Legen Sie fest,
welche Maßnahmen umgesetzt werden,
wer für die Umsetzung verantwortlich ist,
welche personellen, zeitlichen oder sachlichen Ressourcen erforderlich sind,
bis wann die Maßnahmen umgesetzt werden sollen und
wie die Umsetzung dokumentiert oder nachverfolgt wird
Prüfen Sie in angemessenen Abständen, ob die Qualitätsziele erreicht wurden oder ob weiterer Handlungsbedarf besteht. Soweit möglich, sollte die Zielerreichung anhand messbarer Kriterien, insbesondere geeigneter Kennzahlen, überprüft werden. Ist eine quantitative Bewertung nicht sinnvoll oder möglich, können auch qualitative Methoden herangezogen werden. Die Überprüfung kann beispielsweise erfolgen durch:
Kennzahlen,
Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten,
Rückmeldungen von Mitarbeitenden,
interne Auswertungen oder
Beobachtungen und
gemeinsame Reflexionen im Team.
Dokumentieren Sie die Ergebnisse, damit Entwicklungen nachvollziehbar bleiben.
Vergleichen Sie die Entwicklung Ihrer Ergebnisse über einen längeren Zeitraum innerhalb der eigenen Organisation oder – sofern geeignete Vergleichsdaten verfügbar sind – mit anderen Organisationen oder Referenzwerten.
Solche Vergleiche helfen,
die eigene Leistung besser einzuordnen und
Verbesserungspotenziale abzuleiten.
Nutzen Sie die Ergebnisse der Überprüfung, um Maßnahmen anzupassen oder neue Qualitätsziele festzulegen. Fragen Sie sich beispielsweise:
Wurde das Qualitätsziel erreicht?
Waren die gewählten Maßnahmen wirksam?
Gibt es neue Herausforderungen oder Verbesserungspotenziale?
Soll das Ziel angepasst, fortgeführt oder durch ein neues Qualitätsziel ersetzt werden?
Kommunizieren Sie die relevanten Informationen an Mitarbeitende beispielsweise im Rahmen von Teamsitzungen, über das Intranet, per E-Mail oder durch Aushänge. Informieren Sie dabei über.
die festgelegten Qualitätsziele,
die geplanten oder bereits umgesetzten Maßnahmen zur Zielerreichung,
die Relevanz der Qualitätsziele für die Organisation,
den Stand der Zielerreichung bzw. die erzielten Ergebnisse sowie
daraus abgeleitete Verbesserungsmaßnahmen.
Eine regelmäßige Information schafft Transparenz, stärkt das gemeinsame Verständnis für Qualitätsziele und fördert die aktive Beteiligung der Mitarbeitenden.
Weiterführende Informationen, Links, Vorlagen
- Zielvereinbarungsblatt: Vorlage zur übersichtlichen Darstellung angestrebter Ziele inkl. zugrundeliegenden Messgrößen, Status, Verantwortlichkeiten und Überprüfungsmechanismen. (Quelle ÖQMED)
- Beispiel Zielvereinbarungsblatt: Gibt einen Überblick über mögliche Ziele einer Praxis sowie entsprechende Messgrößen, Verantwortlichkeiten und Überprüfungsmechanismen. (Quelle ÖQMED)
- Zielvereinbarungsprozess: Verfahrensanweisung zur Durchführung von Zielvereinbarungsprozessen (Quelle ÖQMED)
- Maßnahmenplan (XLS)
Vorlage zur übersichtlichen Darstellung geplanter Maßnahmen mit Zielbezug, Verantwortlichkeiten, Terminisierung und Zielüberwachung.(Quelle ÖQMED) - Vorlage Messgrößenübersichtsblatt (DOC)
Vorlage zur übersichtlichen Darstellung sonstiger relevanter Kennzahlen zur Praxissteuerung inkl. Erhebungsmethodik, Verantwortlichkeit der Erhebung und Auswertung sowie Erhebungsintervalle.(Quelle ÖQMED) - Übersicht möglicher betriebswirtschaftlicher Potentialthemen (DOC)
Sammlung von potentiellen qualitätsrelevanten Themen betreffend Praxisstandort, Praxisräume und -ausstattung, Organisation und Personal, Marketing, Finanzen und Rechnungswesen.(Quelle ÖQMED) - Beispiele für Personalkennzahlen (DOC)
Beispielsammlung von Mitarbeiterkennzahlen wie Krankenstandstage, Personalfluktuation, Mitarbeiterzufriedenheit, etc.(Quelle ÖQMED) - Beispielsammlung: Potenzielle Kennzahlen einer Praxis (DOC)
Sammlung weiterer Kennzahlen mit Berechnungsanleitungen.(Quelle ÖQMED) - Mögl. Kosteneinsparungen Mitgliedschaften (XLS)
Schafft einen Überblick über die jährlichen Fixkosten durch Mitgliedschaften und kann helfen Einsparungspotentiale aufzuzeigen. (Quelle ÖQMED) - Mögl. Kosteneinsparungen Zeitschriften (XLS)
Schafft einen Überblick über die jährlichen Fixkosten durch Zeitschriftenabonnements und kann helfen Einsparungspotentiale aufzuzeigen.(Quelle ÖQMED) - Liquiditätsplan (Gruppenpraxis ohne Privatausgaben) (XLS)
Vorlage für einen umfangreichen Liquiditätsplan zur Analyse der wirtschaftlichen Situation der Gruppenpraxis. (Quelle ÖQMED) - Liquiditätsplan (Einzelpraxis mit Privatausgaben) (XLS)
Vorlage für einen Liquiditätsplan der Einzelpraxis. (Quelle ÖQMED) - Übersicht Finanzberichtsystem (DOC)
Vorlage zur übersichtlichen Darstellung relevanter Finanzkennzahlen zur Praxissteuerung inkl. Erhebungsmethodik, Verantwortlichkeit der Erhebung und Auswertung sowie Erhebungsintervalle. (Quelle ÖQMED) - Kommunikationskostenvergleich (XLS)
Schafft einen Überblick über die jährlichen Fixkosten durch Mobilfunk-, Festnetz- und Internetdienste und kann helfen Einsparungspotentiale aufzuzeigen.[AT1]